Rückverfolgbarkeit


Ein Aspekt der ISO 9001: die Rückverfolgbarkeit

Dieser Begriff drückt bereits aus, worum es geht:

Alle Produkte oder deren Bestandteile, die in einem Unternehmen eingesetzt werden, müssen sich zurückverfolgen lassen. Wann gelangte welches Produkt von welchem Lieferanten in den eigenen Betrieb?
Der Umfang dieser Maßnahmen fällt nun in jeder Branche unterschiedlich aus und spielt auch nicht immer dieselbe Rolle. So muss die Rückverfolgbarkeit beispielsweise bei einem Automobilhersteller lückenlos sichergestellt sein, denn wenn auch nur eine kleine Teilkomponente nicht zuverlässig arbeitet oder Materialfehler aufweist, ist das Endprodukt ggf. nicht verkaufsfähig.
Dasselbe gilt ebenso für Firmen, die mit Chemikalien arbeiten – ein weiteres gutes Beispiel. Bei Prozessen, die den Einsatz bzw. die Weiterverwendung mehrerer verschiedener Chemikalien erfordern, ist die Rückverfolgbarkeit im Falle einer Reklamation sehr wichtig. Und dies nicht nur aus haftungsrechtlichen Gründen dem Kunden gegenüber, der eventuell ein Produkt erhält, das chemisch unvorhersehbar reagieren könnte, sondern auch bezogen auf die eigene Arbeitssicherheit.

ISO 9001 Rückverfolgbarkeit

Die ISO 9001 sieht hier vor, dass Maßnahmen zur Rückverfolgbarkeit festgelegt werden. Denn ansonsten bestände das Risiko, dass bei einer Kundenreklamation, deren Ursache sich nicht sofort genau eingrenzen lässt, sämtliche Produkte gesperrt werden müssten, die im Zusammenhang mit dem reklamierten Produkt stehen.
Je genauer sich die Lieferungen – und auch einzelne Chargen – zurückverfolgen lassen, desto präziser kann bei einem Fehler reagiert werden und desto geringer sind zeitliche und finanzielle Verluste.
Zur Rückverfolgbarkeit gehört im Rahmen der ISO 9001, dass bei ihrer Einführung – und in regelmäßigen Abständen danach – Risikobewertungen von Prozessen stattfinden, bei denen ein Risiko bestehen kann. Bei dieser Bewertung legt das Unternehmen gleichzeitig den Genauigkeitsgrad der Rückverfolgbarkeit fest. Der hängt, wie eingangs gesagt, von Branche und Umfang der Lieferungen ab. Das Unternehmen entscheidet aufgrund seiner Erfahrungen und der Art der bisherigen Probleme und Reklamationen selbst – diese Flexibilität sieht die ISO 9001 ausdrücklich vor.