Interview 2015

Frage 1: Wie kann die externe Unterstützung aussehen?

Unsere Unterstützung besteht darin, dass wir die Firmen gezielt auf die Zertifizierung vorbereiten. Dies geschieht durch das Erstellen der notwendigen QM-Handbücher, der Prozessbeschreibungen und aller erforderlichen Nachweise. Bei allen Aufgaben stimmen wir uns präzise mit unseren Kunden ab.

Frage 2: Kommen Firmen auf Sie zu oder müssen Sie sich selbst um Aufträge kümmern?

Es ist so, dass die Firmen auf uns zukommen. Wir bieten verschiedene Bereiche der Unterstützung und Leistungen an – vom Gesamtpaket bis hin zu einer Online- oder Telefonberatung oder lediglich die Erstellung der QM-Dokumentation. Den Umfang unserer Leistungen bestimmen die Kunden.

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Frage 3: Welche Firmen sind Ihre Kunden? Konzerne oder mittelständische Firmen?

Unser Kundenspektrum reicht von Kleinbetrieben mit einem Mitarbeiter über Firmen mit zwischen zehn und hundert Beschäftigten bis hin zu Unternehmen mit 1000 Mitarbeitern. Es ist also der ganze Bereich der Kleinbetriebe und des Mittelstandes vertreten.

Frage 4: Ab welcher Betriebsgröße ist die Einführung eines QAM-Systems notwendig? Ab wann ist es lukrativ?

Die Einführung eines QMS ist immer dann notwendig, wenn die Kunden eines Betriebes es fordern. Und diese Tendenz nimmt kontinuierlich zu, da die Kunden der Unternehmen sich Transparenz und eine verlässliche Messlatte wünschen. Lukrativ ist es für den Betrieb immer dann, wenn er mit der Zertifizierung mehr verdient, als sie zuvor gekostet hat. Die Erfüllung des Kundenwunsches nach dem Siegel sowie die hierauf basierende Gewinnung neuer Kunden kann schnell zu einer Amortisation führen.

Frage 5: Wie sieht Ihr Arbeitstag aus?

Dies lässt sich nicht pauschal beatworten. An einigen Tagen beschäftige ich mich mit der Gewinnung neuer Kunden und spreche mit ihnen den möglichen Umfang unserer Leistungen ab. Häufiger jedoch bin ich bei Kunden vor Ort, um sie auf die Zertifizierung vorzubereiten. Unerwartete Temin- und Planungsänderungen kommen immer wieder vor, zum Beispiel wenn sich bei einem Kunden kurz vor der Zertifizierung ein plötzlicher Beratungsbedarf ergibt.

Frage 6: Wie viel Einfluss haben Sie auf die Unternehmen?

In der Regel haben wir keinen oder lediglich einen geringen Einfluss auf die praktischen Abläufe. Wir geben Anregungen für mögliche Verbesserungen oder wie ein Element des QMS in der Praxis umgesetzt werden kann. Bei Bedarf geben wir auch Hinweise auf Dinge, die für das Zertifizierungsaudit von Bedeutung sind, so dass die Beteiligten sich gezielt vorbereiten können.

Frage 7: Gibt es eine weitere Zusammenarbeit nach der Zertifizierung?

Dies ist tatsächlich der Fall. 50% unserer Kunden betreuen wir auch nach der erfolgten Zertifizierung. Dies geschieht hauptsächlich durch die Vorbereitung der Überwachungsaudits, die für die Re-Zertifizierungen notwendig sind. Hinzu kommt bei Bedarf der Aufbau eines Umweltmanagementsystems oder die Betreuung der Arbeitssicherheit, die ebenfalls eines unserer Fachgebiete ist.

Frage 8: Wie lange dauert die Beratung bzw. Betreuung der Unternehmen?

In der Regel bewegt sich die Dauer zwischen einem und sechs Monaten. Dies hängt von der Größe des Betriebes und dem Umfang unserer Leistungen ab. Der Zeitrahmen der QM-Einführung bis zur Zertifizierung sollte sechs Monate nicht überschreiten, denn ansonsten leidet die Motivation der Beteiligten – sie erkennen das Ziel nicht mehr und das Engagement lässt nach.

Frage 9: Wie sind Sie auf den Namen QM-Guru gekommen?

Dieser Name hat seinen Ursprung in einem Brainstorming mit den Mitarbeitern einer Werbeagentur. Das Ziel war es, mir zu vermitteln, wie man auf prägnante Namen und Begriffe kommt. Beinahe nebenbei entstand der Name QM-Guru, für den ich mich auch entschied. Mittlerweile bin ich nicht mehr allein, denn es gibt nun die QM-Fee und die QM-Prinzessin. Wir wollen auch bei neuen Mitarbeitern diesen Stil beibehalten, da er uns auszeichnet.

Frage 10: Wie kamen Sie dazu, selbstständiger QMB zu werden?

Dieser Umstand hat sich im Laufe meines Berufslebens in gewisser Weise von selbst ergeben. Vor 23 Jahren war ich bei der Firma Diehtl in Röthenbach tätig. Dort wurde ich von den Lieferanten dieses Unternehmens angesprochen und gebeten, bei ihnen ein QMS einzuführen. Dies gefiel mir und ich übte es zunächst zehn Jahre lang im Nebenberuf aus. Im Jahr 2003 dann machte ich mich mit diesen Leistungen selbstständig. Es hat sich so ergeben und war eigentlich nicht geplant. Da mir die Selbstständigkeit jedoch sehr anspricht, bin ich dabei geblieben.

Frage 11: Welche Unterschiede gibt es in den einzelnen Anwendungsgebieten?

Generell eignet sich die ISO 9001 für jede Art Unternehmen, sei es eine Hebammenpraxis oder ein Softwareentwickler. Die Norm ist so konzipiert, dass sie für jede Branche angepasst werden kann. Somit ist es für unsere Arbeit kaum von Belang, mit welchen Arbeitsfeldern wir es zu tun haben.