ISO 22000

ISO 22000 2005: FAQs

Q 1: Was ist die DIN EN ISO 22000 (ISO 22000)?

Im Fokus der ISO 22000 steht ein Managementsystem für die Lebensmittelsicherheit. Sie gilt als eine internationale Norm und kann unabhängig von anderen Normen für Management-systeme angewandt werden.

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Q 2: Was sind die wichtigste Anforderungen der ISO 22000?

Eine Auswahl der wichtigsten Anforderungen:

  • Aufbau eines Managementsystems für Lebensmittelsicherheit
  • Aufbaue einer sinnvollen Managementdokumentation bestehend u.a. aus Schulungsun-terlagen, Aufzeichnungen
  • Festlegen von Lebensmittelsicherheitspolitik und -Zielen
  • Festlegung der internen und externen Kommunikation
  • Gründung einer Lebensmittelsicherheitsgruppe
  • Aufbau von Präventivprogrammen
  • Durchführung einer Gefahrenanalyse
  • Festlegung von CCP und operativen Präventivprogrammen
  • Festlegung von Validierungs- und Verifizierungsmaßnahmen
  • Festlegung von Maßnahmen zur ständigen Verbesserung

Q 3: Für wen ist die ISO 22000 bestimmt?

Die ISO 22000 hat einen umfassenden Geltungsbereich und gilt für alle Organisationen, die direkt oder indirekt die Lebensmittelkette beeinflussen.
Auch für den landwirtschaftlichen Sektor ist die ISO 22000 bestimmt, hier kann die geforderte Dokumentation jedoch eine Herausforderung darstellen.

Q 4: In welcher Beziehung steht die ISO 22000 zu anderen Lebensmittelstandards und -Vorschriften?

Eine der Aufgaben von der ISO 22000 ist es, die Anforderungen an die Lebensmittelsicherheit weltweit zu harmonisieren.
Im Vergleich zu IFS (Internationaler Food Service) oder BRC, die auf einen bestimmten Aus-schnitt (Produkt) der Produktionskette (Hersteller von Lebensmitteln, die direkt an den Handel liefern) fokussieren, ist die ISO 22000 etwas allgemeiner und durch ihren breiten Gel-tungsbereich relevant für alle Organisationen, die auch nur ansatzweise die Lebensmittelsicherheit beeinflussen können.

Q 5: Wenn eine Organisation nach ISO 9001, IFS oder BRC zertifiziert ist, erfüllt es dann automatisch die Anforderungen nach ISO 22000?

Nein, da die ISO 22000 explizit den Aufbau, Einführung, Validierung und Verifizierung von einem Managementsystem für Lebensmittelsicherheit und darunter insbesondere die (ope-rativen) Präventivprogrammen fordert. Allerdings hat eine nach ISO 9001, IFS etc. zertifizierte Organisation gute Voraussetzungen für eine Zertifizierung nach der ISO 22000, sie muss aber jedoch die besonderen Anforderungen der ISO 22000 bewusst in das vorhandene (Qualitäts)managementsystem einarbeiten.

Q 6: Ersetzt die ISO 22000 das Verfahren nach HACCP-Grundsätzen?

Nein, das HACCP ist im “Hygienepacket” in der VO EU (Nr.) 852/2004 und in der Lebensmit-telhygieneverordnung fest vorgeschrieben und verpflichtend. Dieses Verfahren nach HACCP-Grundsätzen, deren Ursprung im Codex Alimentarius zu finden ist, bildet einen festen Bestandteile eines Managementsystems nach ISO 22000. Die gewöhnlichen CCP (Critical Control Points) werden hier um weitere Vorbeugemaßnahmen, die operativen Präventiv-programme, ergänzt. Diese müssen ebenfalls wie die CCPs validiert und verifiziert werden.

Q 7: Welche Bedeutung haben die (operativen) Präventivprogramme und wie werden sie aufgebaut?

Die ISO 22000 unterscheidet zwischen Präventivprogrammen, die als Grundvorrausetzung für die Erhaltung einer hygienischen Umgebung sowie die Herstellung, Behandlung und Be-reitstellung von sicheren Endprodukten notwendig sind.
Die operativen Präventivprogramme sind dagegen Programme, die sich im Rahmen der Ge-fahrenanalyse als notwendig erwiesen haben, um die Wahrscheinlichkeit des Eintrags und/oder Kontamination oder Ausbreitung von gesundheitlichen Gefahren durch Lebens-mittel in Produkten oder den damit verbundenen Verarbeitungsbedingungen zu beherrschen.
Die Organisation entscheidet somit nach der Gefahrenanalyse, an welchen Stufen die CCP und an welchen Stufen die operativen Präventivprogramme “gesetzt” werden. Weder die ISO 22000 noch die ISO 22004 geben klare Indikatoren über die Entscheidung zwischen CCP und operativen Präventivprogrammen, sondern nur Hinweise, die bei der Entscheidung herangezogen werden können.
Das entscheidende ist die Kombination aller festgelegten Vorbeugemaßnahmen, die validiert und verifiziert werden muss.

Q 8: In welcher Beziehung steht die ISO 22000 zu der ISO 9001 in der Lebensmittel-branche?

Beide Normen haben zum Ziel ein Managementsystem aufzubauen. Die ISO 9001 ist eine Qualitätsmanagementnorm, die sich auf das gesamte Management im Unternehmen bezieht und auf die Qualität fokussiert. Im Mittelpunkt der ISO 22000 steht dagegen die Lebensmit-telsicherheit. Da beide Normen kompatibel sind, d.h. einen ähnlichen Aufbau und z.T. glei-chen Wortlaut aufweisen, ist eine Kombination beider Normen möglich und kann sogar zu einem sehr effektiven Managementsystem für Qualität und Lebensmittelsicherheit führen.

Q 9: Welche Vorteile können die Implementierung und eine erfolgreiche Zertifizierung nach ISO 22000 bringen?

Die Implementierung und Zertifizierung einer Organisation nach ISO 22000 kann mehrere Vorteile haben, hier eine Auswahl: Wettbewerbsvorteil, Imagesteigerung, Neukundenge-winnung, Vertrauensbildung bei Kunden, positives Image bei Überwachungsbehörden, Verdeutlichung der Sorgfaltspflicht, Erhöhung des Lebensmittelsicherheitsstandards in eigener Organisation, Reduzierung des Risikos von Produktrückrufen und höhere Qualitätssicherung, Bewusstseinssteigerung für GHP (gute Hygienepraxis) durch den Aufbau von Präven-tivprogrammen.

Q 10: Wie viele Unternehmen sind bereits nach ISO 22000 zertifiziert?

Eine genaue Auskunft über die Anzahl der Organisationen, die seit 2005 bis heute eine er-folgreiche Zertifizierung durchgeführt haben, gibt es nicht. Sicher ist aber, dass die Anzahl der Unternehmen die ISO 22000 implementieren und zertifizieren kontinuierlich wächst.

Q 11: Wie läuft die Zertifizierung nach ISO 22000 ab?

Die Zertifizierung nach ISO 22000 erfolgt in zwei Stufen:
In der Stufe-1-Audit der Erstzertifizierung werden die Eignung der Betriebsumgebung und das allgemeine Verständnis des Unternehmens für die wesentlichen Inhalte der Norm geprüft sowie eine Vor-Ort Dokumentenprüfung durchgeführt. Im Zusammenhang mit der Identifizierung und Analyse von gesundheitlichen Gefahren durch Lebensmittel, dem HACCP-Plan, den Präventivprogrammen, der Lebensmittelsicherheitspolitik und den -Zielen wird die Bereitschaft des Unternehmens für das Stufe-2-Audit ermittelt. Dies führt im positiven Fall zur konkreten Planung der Stufe-2-Audit, die die vollständige Normkonformität prüft. Bis zur Stufe-2-Audit sollten alle in der Stufe-1-Auditphase festgehaltenen Korrekturmaßnahmen durchgeführt werden.
Ein Zertifikat nach der ISO 22000 hat eine 3 Jährige Gültigkeit und wird jährlich durch ein Überwachungsaudit überwacht.

Q 12: Dürfen diese zwei Audit-Stufen in einer Zertifizierung durchgeführt werden?

Die ISO 22000 sieht vor, dass die beiden Audit-Stufen getrennt voneinander erfolgen. Die Be-arbeitungszeit zwischen den Audit-Stufen kann den Vorteil haben, dass die eventuellen Kor-rekturmaßnahmen und Nichtkonformitäten, die in der Stufe-1-Audit festgehalten wurden, bis zur Stufe-2-Audit durchgeführt und behoben werden können. Außerdem kann das neu aufgebaute Managementsystem für Lebensmittelsicherheit anlaufen und eine “Probezeit” bis zu Stufe-2-Audit bestehen. Außerdem kann eine genaue gewissenhafte Planung der Stufe-2-Audits vorgenommen werden.

Abschließend ist es zu betonen, dass die ISO 22000 nicht nur direkt in der Lebensmittelbran-che, sondern auch in benachbarten Branchen, die indirekt die Lebensmittelkette beeinflussen, an Bedeutung gewinnt. Weiterhin führt die ISO 22000 zu Image- und Wettbewerbsvorteilen. Sie wird vermehrt nicht nur im B2B-Bereich, sondern auch im B2C-Berziehungen wahrgenommen und gefordert. Diese ISO Norm ist ein geeignetes Instrument, um die wach-senden Anforderungen seitens des Gesetzgebers und des Kunden an die Lebensmittelsicher-heit zu erfüllen.

Download der FAQ´s:ISO 22000 FAQs

Für weitere Fragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.
Linda Chalupova, M.Sc.
Research and Transfer Centre “Applications of Life Sciences”
Hamburg University of Applied Sciences Faculty of Life Sciences
Lohbruegger Kirchstraße 65, 21033 Hamburg
Tel.: +49-40-42875-6107
Fax : +49-40-42875-6079
Mobil: 0176-38382846
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